Widerstand in (aus) Herford

Tobias Kuhlmann:
Der Widerstand gegen den Nationalsozialismus in und aus Herford und Umgebung 

Diese Facharbeit ist über den Widerstand in und aus Herford. Anhand der politischen Stimmung in Herford, sofern sie heute noch nachvollziehbar ist, und der Lebensläufe von drei recht unterschiedlichen Personen aus der Umgebung versuche ich das Potenzial des Herforder Widerstandes darzustellen & zu hinterfragen, um ein Gesamturteil über diesen zu ziehen.   
 
 
 
Einführung
Eine Mehrheit der Bevölkerung war nicht im Stande Widerstand zu leisten oder wollte es nicht. Widerstand kam daher hauptsächlich von den verfolgten Gruppen, sowohl vor, als auch nach der Machtergreifung. Das waren vor allen Theologen, Sozialdemokraten und Kommunisten, weniger Juden. So auch in Herford, wo die Politische Stimmung der reichsweiten zur Zeit der Weimarer Republik ähnelte. In Herford hielten sich nämlich ein linkes (SPD, KPD) und ein bürgerliches Lager (DDP, DVP, Zentrum und DNVP) in etwa die Waage.
Jedoch änderte sich dies zu Beginn der Dreißiger Jahre, als die NSDAP bei den Kommunalwahlen 17 von 36 Sitzen erhielt und die 13 Mandate von SPD und KPD für ungültig erklärt worden waren. Herford wurde gleichgeschaltet.
Dadurch, dass vor der Machtergreifung Bürgerliche und Linke etwa gleichstark waren, kann man darauf schließen, dass auch nach der Machtergreifung noch etwa jeder 2. Bürger kritisch gegenüber dem Nationalsozialismus eingestellt war. 
 
Die Nationalsozialisten versuchten die politische Stimmung zu beeinflussen, was ihr oberflächlich mit Hilfe der Medien auch gelang, denn diese waren und sind ein wichtiges Instrument zur Meinungsbildung. Der Rundfunk sendete reichsweit nur von staatlichen Stellen genehmigte Inhalte und Musik und das einzige andere Massenmedium der Zeit, die Zeitungen (zum Beispiel das Herforder Kreisblatt) druckten Inhalte mit propagandistischem Hintergrund.
 
Die Verfolgung der Juden hingegen fand ebenfalls keine überwältigende Unterstützung. So schilderte der Oberbürgermeister der Stadt Herford am 15.November 1938 in einem Bericht nüchtern die Stimmung in Herford nach der Reichspogromnacht:
,,Die Aktion“ (…) sei ,,ruhig aufgenommen worden. (…) Öffentliche abfällige Äußerungen über die Aktion sind nicht bekannt geworden. Vertrauliche Ermittlungen ergeben jedoch den Eindruck daß ein nicht unbeträchtlicher Teil der Bevölkerung der Aktion ablehnend gegenüber steht. Die Vernichtung der Synagoge, (…), begegnet hierbei noch der wenigsten Kritik. Die Beschädigungen an jüdischen Geschäftshäusern und (…) Wohnungen werden aber überwiegend missbilligt.
 
,,Aufstände“ oder Ähnliches gab es aber nicht. In dem Bericht heißt es, „dass die Bevölkerung bestrebt ist, offen hervortretende Kritik zu vermeiden.“ 
Dennoch gab es einige kritische Stimmen. Als Beispiel dafür werden im Folgenden die Biographien dreier unterschiedlicher Personen mit Bezug zur Stadt Herford dargestellt. 
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